Strom gesperrt – und jetzt?

Schnell kann es passieren, dass eine Rechnung übersehen wird oder Sie haben vergessen, fristgerecht den Widerspruch gegen eine zu hohe Nachzahlung einzureichen. Normalerweise erhalten Sie mehrere Schreiben, ehe es zu einer Sperrung kommt. Reagieren Sie unbedingt auf die Mahnung, bieten Sie um Beispiel eine Ratenvereinbarung an. Die meisten Stromanbieter gehen darauf ein.

Kommt es trotzdem zu einer Sperrung, haben Sie kaum noch Alternativen als den Gesamtbetrag zu bezahlen. Nun heißt es schnell handeln, wenn Sie es bisher nicht getan haben. Zum einen können Sie bei wohltätigen Einrichtungen wie die Diakonie oder bei Stiftungen eine Beihilfe oder Spende beantragen. Doch das nimmt Zeit in Anspruch.

Die ArGe (Arbeitsgemeinschaft) Ihres Wohnortes ist eigentlich verpflichtet Ihnen mit einem Darlehen oder mit einer einmaligen Hilfe zu helfen. Das geht sehr schnell, wenn Sie nachweisen können, dass es sich bei den Stromschulden entweder um eine Nachzahlung handelt oder dass Sie diesen Rückstand nicht schuldhaft verursacht haben.

Das gleiche gilt für den Antrag auf ein Darlehen bei der Sozialhilfestelle Ihres Landkreises oder Ihrer Stadt.

Mit einer einstweiligen Anordnung vor dem Amtsgericht können Sie vermeiden, dass Ihnen der Strom abgedreht wird. Ein Anwalt wird Ihnen durch Prozesskostenbeihilfe und den Beratungsschein kostenfrei dabei helfen.

Sie können natürlich auch probieren, ob Sie privat das Geld zusammen bekommen. Setzen Sie aber alles schriftlich auf, auch innerhalb der Familie. So vermeiden Sie Streitigkeiten.

Aufgepasst! Sollten Sie mit dem Stromanbieter Kontakt aufgenommen haben vor der Sperrung oder Sie sind in Widerspruch gegangen, dann muss die Sperrung kostenfrei rückgängig gemacht werden. Aber Sie müssen nachweisen, dass Ihr Schreiben bei dem Stromversorger tatsächlich eingegangen ist. Das können Sie durch Einschreibebelege oder Emails mit Datum.